Samstag, 22. Oktober 2016

Ein haariges Experiment

Diese Woche hat mich mal wieder die Experimentierfreude gepackt. Das scheint ein Herbstphänomen zu sein, denn vor 2 Jahren ging es mir ganz ähnlich als ich aus einer gekauften Mohairtresse und dem pflanzengefärbten Puppenmohair im damals neuen Farbton "Kupfer" das erste Püppchen der Familie Kupferlocke erweckt habe. Hier (bitte Link anklicken) geht es zur Geschichte von Lisi Kupferlocke. Da ich demnächst selbst einmal so eine feine Tresse herstellen möchte, wollte ich zunächst einmal ausprobieren, ob es denn vielleicht möglich ist, aus dem Lockenmohair und etwas Puppenmohair im gleichen pflanzengefärbten Farbton eine solche Tresse herzustellen, die sich direkt zu einem Lockenköpfchen häkeln lässt. Das klingt jetzt wahrscheinlich etwas ungewohnt. Ja, so ging es mir auch, denn sonst häkle ich - wie hier in diesem "Lockenköpfchen" Blogpost und in meiner Anleitung beschrieben - immer erst die Perücke aus Puppenmohair, nähe sie dann am Köpfchen der Puppe fest und knüpfe schließlich die einzeln zugeschnittenen langen Lockenmohair Strähnen ein. Aber es geht auch anders... :)


Wie genau ich das angestellt habe? Zuerst einmal habe ich die Menge Puppenmohair zu einem Knäuel aufgewickelt, wie ich insgesamt zum Häkeln der Perücke brauchen würde. Erfahrungsgemäß braucht man für das Köpfchen einer 40 cm großen Puppe ca. 30 g Puppenmohair.


Dann habe ich an der Puppe abgemessen, welche Länge die immer doppelt liegenden (!) Lockenmohairsträhnen haben sollten.


Um jetzt nicht jede Strähne einzeln abmessen und zuschneiden zu müssen, habe ich mich an einen alten Trick erinnert, den meine Mama mir einmal bei der Herstellung von Quasten gezeigt hat: Man schneide ein ausreichend breites Stück Karton in der benötigten Länge zu und wickelt das Garn komplett auf diesen Karton:


Jetzt braucht man mit der Schere nur noch oben und unten das Garn abschneiden,


und schon hat man alle Lockenmohair Strähnen in der gewünschten Länge:


Nun folgt aber die Fleißarbeit: Jede einzelne dieser Strähnen wird in der Mitte um den Trägerfaden, also dem Puppenmohair mit Bio Baumwolle Nähgarn im Haarfarbton und ein paar ganz feinen Zick-Zack-Stichen festgenäht - im Abstand von so 10 bis 20 cm. Wichtig ist es natürlich, den Nähfaden sauber abzuschneiden, so dass nichts davon heraus schaut oder absteht.


Anschließend habe ich alles zu einem lustigen Langhaar-Knäuel aufgewickelt und in der gewohnten Weise die Puppenhaarperücke gehäkelt. Die Lockenmohair Strähnen werden natürlich nicht mit eingehäkelt, sondern bleiben so wie der Flausch des Puppenmohairs immer schön auf der späteren Außenseite der Perücke. Ganz zum Schluss habe ich geschaut, wo ich noch ein paar übrige Lockenmohair Strähnen einknüpfen sollte - einfach damit es ein harmonisches Gesamtbild wird. Und es kam natürlich noch die "Frisierschere" zum Einsatz, die alle Strähnen auf dieselbe Länge kürzt. 

Experiment gelungen, würde ich sagen. Oder was meint ihr?


Farbenfrohe Grüße aus dem Puppennähzimmer und ein schönes Wochenende!

Jennifer

P.S.: Meine pflanzengefärbten Garn Duos aus Puppen- und Lockenmohair biete ich immer hier (bitte Link anklicken) an. 

Kommentare:

  1. Woe, was für eine Arbeit, aber eine, die sich lohnt, so toll

    LG von der Maus

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    1. Hui, das ging ja schnell - vielen Dank für deine liebe und erfreuliche Rückmeldung :)

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  2. Tolle Idee, einfach und doch genial. Ich war ganz erstaunt, dass das seid der hübschen rotlockigen Puppe schon zwei Jahre vergangen sind.
    Liebe Grüße
    Claudia

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    1. Hallo Claudia!
      Dankeschön für deinen erfreulichen Kommentar! Ja, ich habe mich auch gefragt, warum mir diese Idee wirklich nicht schon früher einmal eingefallen ist. Ich glaube, es hat damit zu tun, dass sich das Lockenmohair einfach sehr gut einknüpfen lässt. Jetzt habe ich aber in den letzten Tagen so herrlich feine Alpaca Locken bekommen, die sich nicht einknüpfen lassen. Da hab´ ich dann angefangen, zu überlegen und mir ist diese Idee eingefallen, die ich zum Jahresende hin auch mal mit den Alpaca Locken ausprobieren möchte. Und dass schon zwei Jahre seit Lisi Kupferlocke vergangen sind, das konnte ich auch fast nicht glauben... :)
      Liebe Grüße,
      Jenny

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